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Ulrich Puritz
Marcus Schramm

am waldrand

Der waldrand ist Baustein romantischer Erzählungen. Mit Blick in den Wald geht es oftmals um Trennung, Einsamkeit, Mut, Läuterung, Gefahr und Abenteuer. In umgekehrter Richtung warten Licht, Weite, Felder, Siedlungen, bisweilen Glück, Heimat, Haus, Herd und – gegebenenfalls - die Liebste. Gibt es Geschichten, in denen der Liebste wartet?

Ein Waldrand entrückt umso mehr, je näher man ihn betrachtet. Er ist ein Weder-Noch und ein Sowohl-als-Auch. Eine Nullkoordinate zwischen zwei Welten. Teil und Gegen-Teil zugleich. Endet eines hier, beginnt das andere unmittelbar daneben. Tut der Betrachter einen Schritt und dreht sich, ist es ähnlich und doch umgekehrt. Der Waldrand ist ein Ort der Fragen und widerstreitender An-, Ein- und Aussichten.


zwei künstler haben miteinander zu tun. Sie stellen fest, jeder von ihnen experimentiert auf eigene Weise mit Dachlatten. Sie verabreden einen dialog mittels kunst und finden einen geeigneten Raum.

Folgende Vereinbarungen werden getroffen: Für die Produktion von neuen Exponaten wird ein Zeitfenster von drei Wochen beschlossen. Beide Künstler arbeiten unabhängig voneinander. Unterschiedliche Alltagsrhythmen sorgen dafür, dass sie sich während der Vorbereitungen im Ausstellungsraum nicht begegnen werden. Dorthin bringt jeder seine Objekte sobald als möglich. Er experimentiert mit dem, was da ist: mit den eigenen und den fremden Objekten unter Nutzung der räumlichen Bedingungen. Ziel ist, in experimentellen Schritten eine schlüssige Raumdramaturgie für die Exponate zu entwickeln. Sie können als „Schauspieler“ betrachtet werden, die sich erst zur Generalprobe kennen lernen. Ihr Ausdruckspotential wird auf der „Bühne“ - dem Ausstellungsraum - sichtbar und kann nun entwickelt und genutzt werden.

Die Objekte und deren Ausrichtung sind zunächst ausschließliches Kommunikationsmittel zwischen den beiden Künstlern. Jede Anordnung, die einer von beiden hinterlässt, ist eine Mitteilung, die es zu lesen und zu prüfen gilt. Der andere darf eingreifen, verändern oder ergänzen. Der wechselseitige Respekt wird dafür sorgen, dass dies mit Bedacht geschieht. An Zeitschaltuhren gekoppelte Lichtquellen sorgen für zusätzliche Betonungen und für Rhythmisierungen. Sie sind auf die kontextbezogene Aussage abzustimmen. Eine sprachliche Verständigung beginnt erst, wenn beide der Meinung sind: So, wie es ist, sollte es bleiben. Sie teilen sich Beweggründe, Leitideen und Prozessbeobachtungen mit. Hieraus sollen gemeinsame Überlegungen und der Ausstellungstitel geborgen werden. am waldrand wird entschieden.

Impulsgeber und zentrales Material sind Dachlatten. Sie kosten nicht viel und sind in jedem Baumarkt zu haben. Als Baum kamen sie über den Waldrand und wurden normgerecht zersägt. Für gewöhnlich bleiben sie unsichtbar. Als Gerüst oder Rahmen verschwinden sie meist unter Gipskarton oder Dachziegeln. Das macht sie zu Darstellern ohne besondere Vorgeschichten und theatralische Verstrickungen.

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